Gespräche mit Gott

Neale Donald Walsch (USA)



Eine spirituelle Lebenseinstellung, durch die man einen Sinn im Leben für sich entdecken kann, gerade auch in Lebenskrisen und bei Herausforderungen.

KURZVERSION

Als Neale Donald Walsch am tiefsten Punkt seines Lebens angekommen war, seinen Job und seine Frau verloren hatte, gesundheitliche Probleme hatte und an Selbstmord dachte, fragte er Gott nach dem Sinn dieses Lebens. Daraufhin hörte er eine Stimme, mit der seine Gespräche mit Gott begannen. Er hielt sie erst für sich schriftlich fest und veröffentlichte sie später in seiner Trilogie „Gespräche mit Gott“. Gott ist für ihn niemand, der verurteilt und bestraft, sondern Gott ist Liebe. Er sieht sich nicht als jemand Auserwählten. Gott spricht zu Jedem, aber erreicht die Menschen meist erst, wenn sie in einer tiefen Lebenskrise stecken oder ein hohes Level an Spiritualität erreicht haben. Die erste Hauptlektion ist, dass das Leben unendlich ist. Es gibt keinen Tod, sondern die Seele ändert ihre Form für eine kontinuierliche Evolution. Die zweite Hauptlektion besagt, dass alle Menschen Eins sind. Was man anderen gutes zufügt, fügt man es sich somit selbst zu. Alles im Leben hat einen höheren Sinn. Was negativ scheint, hilft einem dabei stärker zu werden.

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Wenn es so ein Buch gibt, wieso sind wir dann nicht schon auf einer anderen Ebene?

Während ich das Buch las, dachte ich, wenn es doch dieses Buch schon gibt, wieso ist die Welt wie sie ist? Und ist nicht anders? Da steht alles notwendige drin. Es war für mich sehr erhellend und bewusstseinserweiternd. Vieles war mir schon bekannt, dennoch sehr gut auf den Punkt gebracht. Habe meistens nur 2-3 Seiten gelesen, da die Bedeutung der Worte so bombastisch waren.


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Moses bekam von Gott eine Steintafel, Mr. Walsch drei Bücher!

Der Autor als Schöpfer seiner eigenen Realität. Eine höchst kreative Leistung. Chapeau! Wer an dem Konzept Gott (höhere Macht in Universum) glaubt und eine moderne Interpretation des Gottesbegriffes sucht, ist bei Walsch vollkommen richtig. Er geht von einem Art Pantheismus / Panentheismus aus und paart diese mit esoterischen / spirituellen Gedankengut:

- Manifestation der Realität durch Gedanken
- die Seele will sich in der Realität durch Erfahrung selber erkennen
- Alles ist Eins (wenn du jemanden Gutes tust, tust du dir selbst gutes)
- Alles was dir widerfährt ist selbstgewählt, weil du diese Erfahrung (unterbewusst) machen willst.
- der Mensch muss nichts lernen, seine Seele weiß alles, er muss sich nur Rück-erinnern an das göttliche Ganze
- Reinkarnation
- Gesetz der Anziehung (law of attraction)
- Emotion ist Energie in Bewegung
- die Realität ändern durch Affirmationen
- Verschwörungstheorien (z.B. die Regierungen sind nicht daran interessiert den Hunger in der Welt zu stoppen)

Insgesamt eine wilde Melange von esoterischen Konzept, verpackt in einem angeblichen Gespräch mit Gott.

Das schöne an der Theologie von Walsch ist, dass egal was du tut, du wird früher oder später die »Wahrheit« erkennen: »Ihr könnt nicht fehlgehen. Das gehört nicht zum Plan. Es gibt keine Möglichkeit, euer Ziel zu verfehlen.
Dein letztendliches Glück ist unausweichlich. Du kannst nicht nicht »erlöst« werden.« (S. 178) Und wenn nicht in diesem Leben, dann dank Reinkarnation vielleicht in einem nächsten (der Autor hat dafür nach Angaben Gottes nur 648 Leben gebraucht). Und zwar so lange, bis man es begriffen hat. Was für ein Heilsversprechen! Halleluja!

Was mir aber gut gefällt, ist das positives Menschenbild von Walsch: Der Mensch als Schöpfer seiner eigenen Realität. Dadurch hat er jederzeit die Macht, dieses zu ändern und zwar durch die freie Wahl eines neuen Gedanken. Und das funktioniert folgendermassen: »Verbanne sämtliche negativen Gedanken aus deinen mentalen Gebäude. Verliere jeglichen Pessimismus. Entlasse allen Zweifel. Sag dich von allen Ängsten los.« (S. 146) Wenn du das aber nicht schaffen solltest, musst du leider weiter in deiner selbstgewählten Hölle verweilen.

Des Weiteren finde ich den Gedanken, das alle 6 Millionen Holocaust Opfer bewusst oder unbewusst die Erfahrung der Erniedrigung, Demütigung und Folter frei gewählt haben sollen, oder die Bewohner der Städte Hiroshima und Nagasaki der Explosion einer Atombombe beiwohnen wollten, oder die Gefangenen in Guantanamo mal erfahren wollten wie sich Todesängste anfühlen, absolut obszön und menschenverachtend.

Auch ist es jedem Menschen angeblich möglich sich von jeder Krankheit sofort selbst zu heilen, wenn er sich nur dafür entscheiden würde. Ich denke, dass hier die Macht des Einzelnen über sein Lebensschicksal In »Gespräche mit Gott« masslos überschätz wird. Wobei ich die Attraktivität der beschriebenen Allmachtsfantasie für viele Menschen – »Ihr könnt sein, tun und haben was immer ihr euch vorstellt.« (S. 92) – gut verstehen kann. Auch ist es unbestritten, dass eine positive Einstellung zum Leben, zu sich Selbst und zu seiner Selbstwirksamkeit in der Welt sich insgesamt positiv auf seine Lebensumstände auswirken wird.

Fazit: Als Atheist kann ich dem Gesamtkonzept nichts abgewinnen (außer dem positiven Menschenbild), wobei die Lektüre unterhaltsamer ist als die Bibel!

PS: Wenn ich Gott wäre und eine absolute Wahrheit zu verkünden hätte, würde ich einen Obdachlosen als Boten losschicken? Oder würde ich nicht in einer konstatierten Aktion, mit alle wichtigen Meinungsführer in spirituellen Angelegenheiten (z.B. Religionsführer aller bekannten monotheistischen Religionen wäre als Zielgruppe nicht schlecht) auf einmal Kontakt aufnehmen und ansprechen, anchanneln oder zitieren lassen was Sache ist???


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