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Neuer Weg aus Sucht und Angst

Ich bin Anja (52), aus Berlin, Redakteurin. Und: Trocken. Seit zwei Jahren. Nach 15 Jahren täglichen Pegel-Trinkens (Wein, Wodka) entschloss ich mich zur üblichen stationären Entgiftung und der 15-wöchigen Entwöhnungstherapie. Die künftige Abstinenz erschien mir wie ein täglicher Kampf gegen den Alkohol bis ans Lebensende: Ewiger Suchtdruck, Rückfälle vorprogrammiert … das wollte ich nicht. Auf der Suche nach der Wurzel meiner Sucht, um sie herausreißen zu können und zufrieden leben zu können ohne Angst, entdeckte ich viele Dinge. Die Meditation. Positives Denken. Eckhart Tolles „Jetzt“. Aber auch dies war irgendwie noch nicht genug. Mein Suchtdruck ließ zwar nach, verschwand aber nicht. Ich fand das Buch „Natural Rest for Addiction“ von Scott Kiloby. Für meine Begriffe macht er Tolles Gedanken sozusagen anwendbar. Natural Rest ist das Rasten in der Gegenwart. Süchtige flüchten dem Augenblick mittels Drogen, immer auf der Suche nach den besseren Minuten, Stunden. Das SEIN zu lernen im Augenblick, alle Empfindungen und Gedanken zu erlauben, sie nicht zu bewerten, zu beurteilen, sondern zu lassen wie sie sind, – löst sie wieder auf. Von selbst. Wie das Kräuseln der Oberfläche des Wassers eines Teiches … und der Teich bin ich. Die Methode „Living Inquiries“ ist für mich ein unersetzbares Werkzeug geworden. Sie kann helfen, alte, festgeklebte Zusammenhänge zwischen Worten, Bildern und Gefühlen und Empfindungen, die sich zeigen in heutigen Ängsten, Despressionen, Süchten, alten Erfahrungen und Handlungsweisen zu entdecken – und ebenso aufzulösen.

 

Mein Beispiel:

Trotzdem ich nur noch selten unter Suchtdruck leide, endlich ein zufriedener trockener Alkoholiker bin, überkommt mich ab und an ein Appetit: „Ach, ich würde so gern nochmal ein Glas Rotwein trinken, er schmeckt sooo gut.“ Mir ist das zu gefährlich. Das Suchtgedächtnis ist nicht ausrottbar. Wer weiß, ob meine Hand doch mal zucken könnte, hin zu einem Glas offenen Weines … auf der Internetseite des von Scott Kiloby gegründeten The Kiloby-Center for Recovery in Palm Springs fand ich eine Liste mit dort ausgebildeten facilitators (und auch nur auf jene würde ich vertrauen!). Zu Lava, eine deutschsprachige Begleiterin, nahm ich Kontakt auf. Per skype fand, nach einem längeren Vorgespräch, eine so genannte session statt (sie dauern etwa 1,5 – 2 Stunden, kosten 80 Euro). Gemeinsames Verweilen in Natural Rest – und viele Fragen der Living Inquiries … immer auf der Suche, den command zu finden, wenn ich das Bild vom Rotwein im Glas ansehe, wenn ich in einem Videoclip vor meinen geistigen Augen meinen Rotweintgenuss in der Taverne am Strand sehe, den fruchtigen Geschmack im Mund spüre, mir das Wasser im Munde zusammenläuft…….von Bildern zu Empfindungen und Gefühlen und zu Worten wie Prost! geht die Suche immer weiter, den command zu finden. Wo genau ist der command, den Rotwein auch zu trinken? Und so weiter, immer weiter … Kann ich den command finden? Irgendwann erkannte ich: Es ist die Farbe rot, die mir immer Wärme versprach. Zuwendung, Liebe, Dazugehören. Alles, was ich als Kind/Jugendliche suchte, nie fand.

 

(In den LI suchen wir nach dem velcro, in NR „resten“ wir und lassen alles so sein wie es ist, auch wenn Worte und Bilder kommen, sehen wir uns die an wie ein 1 jähriges Kind, das im Bild die Farben und Formen und sieht, ohne Bedeutung damit zu verbinden/verkleben … ) Seitdem habe ich keine Sorge mehr darum, ein Glas Rotwein zu sehen. Es erzeugt keinen starken Trinkwunsch. Außerdem weiß ich jetzt um den Zusammenhang. Bemerke ich das Gefühl, Zuwendung und Wärme zu benötigen, benötige ich keinen Alkohol mehr, um es zu befriedigen …das ist ein grandioser Fortschritt für einen Suchtkranken! Seitdem ich, wann immer ich daran denke, einige Sekunden verweile im Hier und Jetzt – und vor allem, wenn ich es auch dann tue, sobald mich Gefühle wie Ärger, Zorn oder Angst beschleichen: Das Leben ist kein täglich Kampf mehr. Es ist freudvoller geworden, friedlicher. Ich akzeptiere mehr und mehr, was jetzt gerade ist, statt zu streiten und vergeblich zu widerständeln. Das notwendige Ändern von Dingen geschieht dann fast wie von selbst: Ohne Bewertungen, Verurteilungen, Konflikte … Ich bin immer Zuhause, egal wo ich bin: In mir, im Augenblick. Das habe ich immer dabei …

 

Die Living Inquiries und Natural Rest empfehle ich Menschen, die unter psychischen Problemen leiden wie Angst, Despression, Süchten aller Art. Oder einfach nur oft traurig sind, zu sorgenvoll, zu selbstwertlos. Menschen, die auf der Suche sind nach irgendetwas … dem Sinn des Daseins vielleicht? Eigentlich allen Menschen, die friedlich, freudig und zufrieden leben wollen. Dir und mir.


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